Stiftung Umgebindehaus

 

Förderobjekt in Ebersbach, Grünsteinhof

 

10 Jahre stand der große Bauernhof in Ebersbach leer und verfiel zusehends. Heute ist er wieder mit Leben erfüllt.

Familie Kipke hat während der Bauarbeiten ein geschmackvolles Niveau in das Haus gezaubert. Besonders die Mischung von restaurierter historischer Substanz, modernen Bauelementen und der Einsatz zeitgemäßer Technik sind ihr gelungen.

Auch in Ebersbach legte man im Mittelalter, abseits der Aue und nahe an den Feldern, so genannte Hufen an. Es waren Bauernhöfe jeweils mit einer Feldgröße von einer Hufe, die damals als mittelalterliches Flächenmaß mit umgerechnet ca. 24 ha Größe galt.

Auch der Grünsteinhof könnte so entstanden sein. Ein späterer Besitzer scheint zu Geld gekommen zu sein und präsentiert am Eingangsportal seine Initialen und weist mit der Jahreszahl 1824 auf Erwerb, oder größere Baumaßnahmen hin. Letzteres scheint der Fall gewesen zu sein, denn die hölzerne Umgebindekonstruktion war nicht mehr in Mode und man "versteinerte" diese, jedoch ohne dabei die lieb gewonnene warme Holzstube zu entfernen.

Das Umgebindehaus ist aber bedeutend älter. Einen Eindruck davon gewinnt man im ehemaligen Stallbereich, der als Kreuzgewölbe mit kräftiger Mittelsäule, vermutlich einen der ältesten erhaltenen Bereiche im Haus darstellt.

Der Hausflur führt über historische Granitplatten mit ornamental geschmückten Gewölbedecken aus der Zeit um 1799 direkt in die ursprüngliche „Schwarze Küche“. Die hier befindliche über 200 Jahre alte Bretttür konnte mit Hilfe der Stiftung Umgebindehaus restauratorisch behandelt werden.

Im Grünsteinhof erwarten Sie kinderfreundliche Ferienwohnungen, ein Gesellschaftsraum für 50 Personen und individuelle Gästeführungen.

 

 

 

Die Straßenseite mit verschiefertem Giebel ist nach historischem Vorbild erneuert worden.

Die klassizistische Quaderung und die Okulusfenster widerspiegeln den modernen Anspruch der Bewohner im ersten Drittel des 19. Jahrhunderts