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Ereignisse in Waditz - chronologisch
gesammelt:
Der genaue Zeitpunkt der
Erstbesiedelung der Waditzer Flur ist uns nicht bekannt. Spuren von
früher menschlicher Nutzung des Landstrichs führen uns jedoch bis
in die Steinzeit.
7000
v.Chr.
Mit dem „Walzenbeil“, das größte in seiner Form in Sachsen gefundene tritt Waditz in das Blickfeld der Geschichte. Die Anwesenheit von Menschen in der mittleren Steinzeit - Mesolithikum - 7000 Jahre vor Christus kann somit angenommen werden.
Dieses Werkzeug deutet
auf eine von Menschen genutzte Fläche hin, auf der weitere
Arbeitsgeräte u.a. Beil, Steinaxt und Feuersteinpfeilspitze, gefunden wurden.
1932 fand der Meschwitzer Einwohner Rudolf Leinert auf dem Feld des Waditzer Bauer Traugott
Pietsch dieses besondere Stück. Der Bautzener Forscher Dr. Frenzel hat die
Fundstücke archiviert. Diese liegen heute im neu gestalteten und virtuell erreichbaren Bautzener Stadtmuseum .
~ 800
v.Chr.
Aus der jüngeren Bronzezeit 700 - 900 v. Chr. lässt sich ein
querstrichverzierter Bronzering mit
Stempelenden nachweisen, der um 1900 auf Waditzer Flur gefunden wurde.
Beginn der Zeitrechnung
~
600
Nach dem 6. Jahrhundert hat sich vermutlich eine Gruppe aus dem
Milzenerstamm in der Nähe der Waditzer Quellmulde, an den heutigen
Dorfteichen, niedergelassen. Es werden nicht viele Menschen gewesen
sein, denn die Fluren gaben nur für einige Familien ausreichend
Nahrung
her.
~ 1100
Nachweise von Tongefäßen des 11. bis 12. Jahrhundert beweisen die Nutzung und Bewirtschaftung von Bauernhöfen im Bereiches des nördlichen Dorfteiches (heutige Grundstücke Nr. 17 und 18). Sie zeugen von der Sesshaftigkeit der Siedler im mittelalterlichen Waditz.
1135
Die böhmische Herrschaft beginnt im Territorium der heutigen Oberlausitz.
~ 1150
Dieser Denkstein, an der alten Straße von Drehsa nach Waditz, ist wohl für einen getöteten Menschen im Mittelalter aufgestellt worden. Der einfache Stein mit einem Rillenkreuz steht etwa in der Mitte der so genannten "Horschau" einem kleinem Wäldchen nordöstlich von Waditz.
1200
1250
Am 11. September wird Heinricus de Wadewicz in einer Urkunde des Bischofs von Meißen
genannt. Die Pergamenturkunde ist mit einem
in Pergament eingenähten Siegel versehen. Das Siegel hängt an roten
seidenen Schnüren. Die Urkunde liegt im Domstiftsarchiv
Bautzen.
1252
In einer Urkunde wird erstmals die Handelsstraße "strata regia", die via regia erwähnt. Der mittelalterliche Straßenverlauf im Abschnitt zwischen Bautzen und Görlitz, führt als "kleine Görlitzer Straße" nördlich am Ort vorbei. Ein Hohlweg Abschnitt ist heute noch auf der Flur Waditz, nördlich des so genannten Flurstücks " Na Zapalach" = "Brandstelle" erkennbar.
1268
Die Oberlausitz wird in den Kreis Bautzen und den Kreis Görlitz aufgeteilt und von so genannten "Kreishauptmannen" geführt.
Unter der Herrschaft Premysl II. Ottokar 1253 - 1278 wurden so genannte Brakteaten als silbernes Zahlungsmittel geprägt.
1300
Als bekanntestes Zahlungsmittel wurde durch König Wenzel II. der "Prager Groschen" eingeführt.
Die Abbildung zeigt einen zeitgenössischen Groschen aus der Regierungszeit des Kaisers des Deutschen Reiches Karl IV. welcher auch König von Böhmen war.
1547 wurden die letzten "Prager Groschen" geprägt.
1346
1346 wird der Sechsstädtebund, ein Verteidigungsbündnis, zum Schutz vor dem Raubrittertum gegründet. Görlitz, Bautzen, Löbau, Lauban, Kamenz und Zittau gehörten diesem Bund an. Waditz konnte erst ab 1505 als Bautzener Ratsdorf von diesem Bündnis profitieren.
~ 1350
Dieses mittelalterliche Sühnekreuz befindet sich zwar nicht auf Waditzer Flur, aber an der alten Straße zwischen Drehsa und dem Wäldchen "Horschau" an der Waditzer Flurgrenze. Ob es an eine Mordtat oder an ein Unglück mit einem Wagen erinnern soll bleibt wohl für immer im Dunkel des Mittelalters verborgen.
1376
In
diesem Jahr wird in einer Urkunde aus dem Domstiftsarchiv Bautzen
ein „Hentschil de Wadewicz“ genannt, der als Nachkomme des
Waditzer Rittergeschlechts
gilt.
1400
1406
Am 16. Juni ereignete sich eine Sonnenfinsternis. In der Bautzener Chronik wird berichtet, dass am Tag Licht entzündet werden musste.
1419
Im Rentenregister der Landvogtei Bautzen sind "in vigilia Walpurgis" also jeweils am 30. April, an Abgaben vom Dorf "Wadewitz" 3 ½ (Groschen ?) Rente zu entrichten.
Im selben Jahr beginnt der Hussitenkrieg und bringt jahrelang unruhige Zeiten.
~1425
In dieser Zeit könnte Hanns von Lautitz in den Besitz von Waditz gekommen sein.
1428
Durch den Besitzer des nachbarlichen Rittergutes in Meschwitz, Heinczel von Maxen, erfahren wir, dass dieser am 14. November
gemeinsam mit dem Rittergutsbesitzer von Kleindehsa die Husitten
ausspähen sollte. 1430 und 1431 „focht er tapfer mit gegen die Husitten“. Ob der Waditzer Ritter Hans von Lautitz mit dabei war erfahren wir leider nicht aus dieser Quelle.
1429
In der Bautzener Chronik wird berichtet, dass am 12. Oktober die Husitten vor der Stadt Bautzen erschienen und
diese belagerten. Nach drei Angriff Tagen ziehen sie erfolglos ab. Vermutlich brannte Waditz in diesen
Tagen
nieder, denn bei den archäologischen Untersuchungen im ehemaligen Rittergutsbereich zeigten sich deutliche Brandspuren in den Sondierungsschichten dieser Zeit.
"Hier liegen die Hussiten vor Görlitz mit großer Macht und das hat Hans von Polenz gemerkt mit dem Landvolk und gewann den Hussen an der Wagenburg und erstachen sie alle."
1436
Der Hussitenkrieg wird beendet.
1441
Hanns von Lautitz zu Wadewicz gesessen, verkauft am 23. April sein Vorwerk (Lehngut)
an Petir Lipize zu Konewitz mit allem Zubehör und einem Lehnpferd für 100 Mark
gute Böhmische
Groschen.
~ 1465
In
dieser Zeit könnten Mertin, Mathei und Domas Lipize die Söhne
des Petir Lipize in den Besitz des Gutes gekommen
sein.
1469
Matthias Corvinus, König von Ungarn, wird König von Böhmen. Waditz gehört demnach einige Jahrzehnte zum Königreich Ungarn. Der Halbgroschen zeigt das Wappen von Corvinus.
1499
„Anna von Schomburg zu Meschwitz überträgtam 15. Februar
einige Güter vonMeschwitz, Wadewittz und Schönberg an
den Hauptmann zu Budissin Albrecht von
Schreibersdorf“.
1500
1505
Am 14. Februar findet eine Kaufberedung zwischenGeorg von Schönberg zu Meschwitz, dem Bürgermeister und
den vier Ältesten der Stadt Bautzen statt, bei der es um die Güter
von Meschwitz und Wadewitz
geht.
Mit Übergabe eines im März ausgestellten Lehnbriefes
vom Böhmischen König wird die Stadt Bautzen Eigentümer der Dörfer Wadewitz und
Meschwitz.
1523 /24
In diesen Jahren beginnt in der Oberlausitz die Reformation, die sich jedoch nur zögerlich durchsetzen konnte.
1534
Eine Steuerliste aus diesem Jahre gibt erstmals Aufschluss über alle
in Waditz vorhandenen und steuerpflichtigen
Bauerngüter:
Paul Lehmann
George Jacoff
(Jacob)
Mattes Subsch (Zubsch)
Bartusch
Sawer (Sauer)
Hans
Lipitsch
Hanns Spannke
(Spahn)
Im Verzeichnis der Ritterpferde im Land Bautzen werden für Waditz zwei Pferde angegeben, die der "Adel dem Amt zu tun verpflichtet und schuldig" ist.
1540
Waditz wird von Bautzen nach Hochkirch
eingepfarrt.
1547
Der Böhmen König Ferdinand I. kommt durch den Pönfall in
den Besitz des Ratsdorfes. Zu dieser Zeit gibt es im Ort 6 Bauern davon 5
Hüfner und 1
Lehngutbauer
1547
Durch
den Pönfall kam Nickol Frankenstein, ein Bautzener Bürger, in
den Besitz von Waditz und anderer umliegender Dörfer. Am 6. Januar 1567
verkaufte er dann seinen ganzen Besitz wieder an die Stadt
Bautzen.
1547
Am
1. August wird im Bautzener Kammermemorial ein Merten Lehmann zu Wadewitz genannt, der mit Caspar Tschilitschke von Peschen,
Gregor Spolnig zu Boblitz und Mattes Keiser, die eine Reise nach
Glogau (Glogow jetzt Polen) gemacht hatten und nun bezahlt wurden. Ebenso müssen die
Herren Oberreiter an MattesSubsch zu Wadewitz Geld
zahlen.
1550
Im Historischen Ortsverzeichnis wird immer noch das sogenannte „Lehngut“ in Waditz genannt.
1551
Bisher ist noch unklar wie Dr. Frantz Göritz in den Besitz des Dorfes gekommen ist. Er tritt 1538 erstmals in Erscheinung und vertritt gemeinsam mit Jakob Schilling als Rat von Kurfürst Joachim II. auf dem Speyerer Versammlungstag die vorgeschlagene Kirchenordnung. Göritz musste auch als Abgesandter mit Vertretern der Sechsstädte im August 1547 an den Prager Hof um König Ferdinand zu besänftigen.
1567
Die
Stadt Bautzen wird am 6. Januar wieder Eigentümer des Dorfes. Im
selben Jahr führt Kaiser Maximilian II. die so genannte
„Rauchsteuer“ ein. Diese Steuer richtete sich nach der Zahl
der Rauchfänge. In den Städten wurde jedes bewohnte Haus als ein
Rauch angesehen. In den Dörfern dagegen galt nur ein Hufengut für
einen ganzen Rauch. Eine Halbe Hufe demnach ½ Rauch, eine
Gärtnernahrung ¼ Rauch
usw...
1580
Der
älteste für Waditz erhaltene Kaufvertrag über einen Bauernhof ist am
24. April zwischen Andreas Spahn als Verkäufer und Merten
Michel als Käufer niedergeschrieben worden. Das verkaufte Gut
hatte einen beachtlichen Wert von 1200
Taler.
1583
Rudolf II., von 1576 bis 1612 Kaiser des Heiligen Römischen Reichs Deutscher Nation, führt den KLEINEN GROSCHEN = "MALEY GROSS" als Zahlungsmittel ein.
1590
Waditz wird erstmals auf einer Landkarte als D e r f f e l ~ W e d e r i z bezeichnet und als kleiner Rundweiler mit fünf Bauerngütern sowie dem Lehngut dargestellt. Der vom damaligen Kartographen Oeder gezeichnete Plan zeigt nur wenige Dörfer östlich von Bautzen. Die Landkarten waren zu dieser Zeit nach Süden und nicht wie heute nach Norden ausgerichtet. Der als S t e i n i c h t h ü b e l bezeichnete Berg ist der Waditzer Basalthügel, der als besondere Landmarke schon damals extra bezeichnet wurde.
1600
1601
Am 8. Mai wird zwischen Merten Lehmann und Merten Spahn eine
Besichtigung abgehalten. Ebenso wird ein Vergleich zwischen Merten
Spahn und Peter Kutte wegen eines wüsten Feldes im
Gerichtshandelsbuch
niedergeschrieben.
1607
Marcus Sauer verkauft sein Gut an seinen Schwiegersohn Hans Lehmann.
1608
Am 1. Mai kauft Thomas Subsch das Gut seines verstorbenen Vaters Hans Subsch.
1613
Am 1. Mai kauft Mattes Jursig (Jurschig) das "Gütlein" seines verstorbenen Vaters. Die Bauernfamilie Jurschig kauft sich 1650 von der Stadt Bautzen endgültig frei.
1616
Auf
Grund des großen Wassermangels herrscht in der Lausitz eine große Dürre.
Die Hungersnot hält bis 1617 an und wird sicher auch das Dorf Waditz
betroffen
haben.
1617
Der Bautzener
„Bürger und Salzhändler“ Paul Subsch legt am 10. Juli ein
Testament im Gerichtshandelsbuch nieder. Er ist gebürtiger
Waditzer.
1618
Mit dem Prager Fenstersturz als Auslöser begann am 23. Mai der Dreißigjährige Krieg. Waditz wird voerst von den Söldnerheeren der Kaiserlichen und der Truppen des Schwedenkönigs Gustav Adolf verschont.
1619
Merten Kutte kauft die „Halbe Hufe“ von seinem verstorbenen Vater Peter Kutte.
1622
Der Ganzhüfner Hansen Spahn kauft von seinen Brüdern und Schwestern den väterlichen Hof und regelt die Erbegelder. Die Familie Spahn bleibt bis in das 19. Jh. in Waditz ansässig.
1625
Herr Caspar Hübsch ehemals auf Niederkaina und
Bürgermeister der Stadt Bautzen wird am 20. November Besitzer des
Dorfes. Er stirbt aber schon im Jahr 1646. Ob die Initialen C.H. und das Symbol für unendliche Liebe (Herz und ~) in einem Steintrog auf ein Geschenk hinweisen wird wohl für immer verborgen bleiben.
Zu dieser Zeit gibt es im
Ort 2 Ganzhüfner 3 Halbhüfner und 1 Lehngutbauer, die die vollen
landesüblichen Dienste leisten
mussten .
1631
Georg Biehar schließt am 26. Januar mit seinem "Eidam“ (Schwiegersohn) Broß Hellwig zu Auritz einen Vertrag wegen seines Weibes
väterlichen
Zustandes.
1634
Im Mai eroberten die Kaiserlichen Truppen die Stadt Bautzen
und nehmen diese schließlich ein. Es ist davon auszugehen, dass auch
die umliegenden Dörfer von Söldnertruppen ausgeraubt und nicht
selten abgebrannt
wurden.
1635
Die Oberlausitz und auch Waditz fällt im Verlauf des
Dreißigjährigen Krieges als böhmisches Lehen an den sächsischen Kurfürsten
Johann Georg
I. (1615-1656).
1639
Sächsische und schwedische Truppen belagern die nahe gelegene
Stadt
Bautzen.
1644
Eine Schäferei soll zu dieser Zeit zum Bauerngut Nr. 9 gehört
haben. Auf einem Lageplan von 1805 ist ein
besonders großes Gebäude neben dem jetzt noch vorhandenen Wohnhaus
(um 1689 erbaut)
erkennbar.
1646
Dr.
Elias Zeetsch übernimmt nach dem Tod von Caspar Hübsch das Dorf Waditz zur Zahlung von
Schulden. Elias Zeetsch auf Waditz und Kammerprokurator zu Bautzen wurde am 18. Mai 1588 in Borna, wo sein Vater Kaspar Zeetsch Bürger und Bäcker war geboren. Er erlangte in Borna und Magdeburg seine Schulausbildung und studierte in Strasburg. Dort wurde er 1624 Ratssyndikus und promovierte 1625. In Bautzen gelangte er 1638 die Funktion eines Kammerprokurators.
Am 17. November 1647 starb er in Bautzen. In der Universitäts- und Landesbibliothek Sachsen Anhalt liegt das Original der in Dresden gedruckten Leichenpredigt.
Foto: Titelseite Leichenpredigt Zetsch - Universitäts- und Landesbibliothek Sachsen Anhalt
1647
Die
Nachkommen des Caspar Hübsch erben das Dorf Waditz nach dem
Tod von Elias Zeetsch im
November.
1648
Ende
des Dreißigjährigen Krieges. Besonders die Nähe zur Stadt
Bautzen und der „Kleinen Görlitzer Straße“ - ein Abzweig der VIA REGIA - sowie der "Löbauer Straße" dürfte sich durch Truppendurchzüge negativ auf den Ort
ausgewirkt haben. Die Bevölkerungsverluste in der Oberlausitz
sollen ca. 43 % betragen haben. Zwei Jahre später waren jedoch alle Güter im Ort besetzt und konnten sich von der Stadt freikaufen.
1650
Die Söhne und Töchter des verstorbenen Bürgermeisters Caspar Hübsch
verkaufen das Dorf Waditz am 6. Juli an folgende
Waditzer Bauern :
Georg
Byhar
Hanns und Peter
Lehmann
Matthes Span
Merten
Baruth
Merten Kutte
Michel Jurschig
Der Kaufpreis von 4000 Talern und 200 Taler für Steuern
sind in je 2 Raten jährlich zu je 500 Taler die 200 Taler Michaelis
und Weihnachten 1650 an das Stadtsteueramt zu zahlen. Auf Antrag der
Käufer werden bis Fastnacht 1651 die 200 Taler gestundet. Als Zeuge
war Hanns Albert aus Rachlau
dabei.
1652
Bestätigung am 12. Februar durch den Stadtrat zu Bautzen, der
sich nicht nur Ober-, sondern auch Erb- und Niedergerichtsbarkeit
vorbehält, dagegen Freiheit von Erbzinsen und verschiedenen Abgaben,
sowie städtischen Schutz zusichert. Dafür müssen die Waditzer Bauern
jährlich 4 Schock Schutzgeld zahlen.
1655
Im Winter 1654/55 lässt der Freibauer Hanns Wehle Tannen
zu Bauholz schlagen und ein neues Wohnhaus, ein Umgebindehaus in der modernen Stockwerkbauweise errichten. Das besondere am Haus ist der über die gesamte Gebäudelänge verlaufende Laubengang und der reich gestaltete Fachwerkgiebel. Es ist das zweitältetste erhaltene Umgebindehaus in Stockwerkbauweise im Landkreis Bautzen und bis
heute unter der Hausnummer 18 erhalten geblieben.
Zeichnung: Horst Pinkau 2011
1661
Im Winter 1660/61 wurden etliche Tannen als Bauholz für den Umbau
eines Wirtschaftsgebäudes, von Hanns
Wehle geschlagen und 1661 abgezimmert. Heute ist es unter der Hausnummer 17 zu finden. Mittelalterliche Mauern eines ehemaligen Rittergutsgebäudes, welches als Vorgängerbau nachgewiesen ist, wurden dabei teilweise mit
einbezogen.
1661
Der Bauer Hanns Wehle überträgt am 8. August seinem
Stiefsohn George Sperling (Rube) das
Ausgedingehaus Nr.
17. Damit ist das seit Jahrhunderten bestehende Lehnbauerngut endgültig geteilt.
1670
Georg Zwahr aus Binnewitz bittet den Rat zu Bautzen die nachgelassene "Gerade" (Hausrat und Kleindungsstücke der Witwe) auszuhändigen. Es handelt sich hierbei um eine Erbschaftsregelung des verstorbenen Peter Hobrack Gärtner in Waditz. Dessen Ehefrau Ursula geb. Zwahr stammte aus Binnewitz.
1685
Am 13. Juni kauft George Sperling (Rube) den
Bauernhof Nr. 18 von Hanns
Wehle.
1689
Vermutlich durch Unachtsamkeit beim Umgang mit offenem Feuer brannten alle fünf Bauernhöfe vollständig ab. Nur die zwei Fachwerkhäuser des alten Lehngutes (Nr. 17 u. 18) blieben verschont und deshalb bis heute erhalten.
1700
1709
Erste schriftliche Erwähnung einer Schmiede in Waditz
„Schmiedegarten des Martin Kutte“ und des „Alten Schmiedes Peter
Kutte“.
Im selben Jahr wird der Einwohner Martin Span als Hochzeitsbitter
genannt.
1711
Peter Sperling (Rube) (1688 - 1760) erbt die Gartennahrung, den heutigen Bauernhof Nr. 18 von seinem Vater George Sperling. Die bisherige Bewirtschaftung des Hofes erfolgte durch den Pächter Martin Hedusch, der gleichzeitig Peters Stiefvater war.
1714
In diesem Jahr errichtet Martin Kutte eine neue Fachwerkscheune, die noch heute im Hof Nr. 17 erhalten ist. Das teilweise dabei verwendete Altholz zeugt von einem Vorgängergbäude, dass wohl über dem heute noch vorhandenen gotischen Tonnengewölbe stand.
1722
Die älteste erhaltene Jahreszahl mit Initialen stammt aus dem Jahre 1722 und wurde von Christoph Rybach ( Füscher = Fischer) hinterlassen. Er wird bereits 1709 im Hochkircher Ständebuch genannt. Sein Sohn Hans Füscher (1714 - 1783) wurde 1767 noch als Ausgedinge Mann genannt. Später tritt diese Familie in Waditz nicht mehr in Erscheinung.
1727
Eine mit G. H. bezeichnete Granitsteinplatte im Hof Nr. 7 konnte noch nicht dem damaligen Besitzernamen zugeordnet werden. Im Ausschlussverfahren unter Einbeziehung aller Grundeigentümer wird dies aber irgendwann gelingen.
1733
Im Ort gibt es 3 Bauern (Halbhüfner), 11 Gärtner (Gartennahrungen) und einen
Häusler.
1734
In einer Granitsteinplatte (aufgefunden 2008) wird die
Jahreszahl 1734 eingemeißelt.
Es kann bisher nicht nachgewiesen werden,
welche Bedeutung diesem Stein zukommt. Eine Vermutung liegt nahe,
dass eventuell der damalige Sächsische König August der II. (Sohn
von August dem Starken) hier auf der kleinen Görlitzer Straße
Richtung Polen gereist sein
könnte und dies in einer Steinplatte festgehalten wurde.
1745
Peter Probst (1723-1779) der Besitzer des Hofes
Hausnummer 14 lässt sich ein neues Wohnhaus bauen. Dieses Umgebindehaus ist mit wenigen Veränderungen bis in die heutige Zeit erhalten
beblieben. Hier befindet sich gegenwärtig die Orgelbaufirma Groß.
1747
Peter Probst baut sich nach der Fertigstellung des Hauses eine Hofmauer dessen Schlusstein ebenfalls noch erhalten ist.
1748
Waditz muss als „stadtmitleidendes Dorf“ im „Budissiner Oberkreis“
liegend, für 2 Rauche 4 Taler, 10 Groschen und 6 Pfennige Rauchsteuer
zahlen.
Im Ort gibt es 4 Großbauern und 7
Gärtner.
Thomas Probst (um 1693 - um 1756) ist Gerichtsschöppe in Waditz. Sein Sohn Johann erwirbt das Bürgerrecht in der Stadt Bautzen und heiratet im gleichen Jahr Johanne Sophie Ramuth. Probst übt später das Schneiderhandwerk auf der Fleischergasse in Bautzen aus.
1756
Peter
Sperling (um 1695 -1757) , Gärtner in Waditz verkauft am 6.
März seinen Hof Nr. 18 an seine Enkel Tochter Anna geb. Hartstein verehelichte
Lowcke in Eiserode mit Rath und Einwilligung des ihr hierzu
besonders bestätigten Vormunds George Schramm
Gemeindeältester zu
Waditz.
1758
Während
der Schlacht in Hochkirch am 14. Oktober 1758 sind sicherlich auch in Waditz einige
Häuser geplündert und Felder in Mitleidenschaft gezogen worden. In
den Abendstunden des Vortages bezogen österreichische Truppen, wie auf den Plänen erkennbar ist, auch
auf und nahe der Waditzer Flur Stellung.
Im Grundstück Hausnummer 6 hat sich
im Türsturz die Jahreszahl und die Initialen 17 H
S 58 erhalten. Vermutlich brannte das Wohnhaus des Gärtners Hans Sockel (1731 - 1811) während den Kriegsereignissen ab.
1759
Am 24. September abends 9 Uhr werden in der Familie George und
Maria Spahn Zwillinge geboren die jedoch nicht
lebten.
1760
Am 19. März kauft Johann Wehle die
Gartennahrung Nr. 18 von Hans Lowcke, der diese von seiner
verstorbenen Frau Anna, geb. Hartstein geerbt
hatte.
"...wie die Eintragung deßen in das Dorff Kauf Buch de Anno 1635. Budissin, den 19. Martü, 1760 Erdmann Gottfried Schneider ..."
Im gleichen Jahr baut sich der Bauer Lehmann im Hof Nr. 7 ein neues Wohnhaus. Der spätbarocke Korbbogentürsturz zeigt nur die Jahreszahl 1760.
1761
Johann Schramm wird 1761 Nahrungsbesitzer im Hof Nr. 3. Der Rest vom Türsturz des alten Wohnhauses wurde als Fenstergewände im Neubau 1853 wieder verwendet. Beim Abriss dieses Gebäudes am 16. Sept. 2011 konnte der Stein geborgen werden. Beim reinigen fiel auf, dass sich der damalige Steinmetz mit der Ansichtsseite geirrt hatte. Die sieben hat er nicht fertig gestellt und musste auf der richtigen Fläche neu anfangen.
1766
Peter Probst baut an der nördlichen Traufseite seines Wohnhaus einen Anbau der sicher auch einen Backofen
mit beinhaltete.
1767
In Waditz gibt es 38 Einwohner die in 12 Häusern wohnen. Es sind 4 Halbbauern und 8
Gärtner.
Martin Spahn (1706 - 1773), Geroge Spahn, Hans Fischer und Hans Wehle werden als „Ausgedingemänner“
genannt. Martin Lehmann ist Gerichtsältester.
1768
Martin Spahn (später Spann genannt) wird als Sohn einer seit mindestens 1534 in Waditz ansässigen Bauernfamilie geboren. Er heiratetet Johanna Karaoline Streit und wird 1815 Geistlicher in Vetschau. Dort stirbt er 1845 als Oberpfarrer.
1771
George Schramm (1688 - 1771), Gemeindeältester in Waditz stirbt im hohen Alter
von 83
Jahren.
1775
Ein Gerichtsverfahren zwischen der Gemeinde Waditz und dem Bauern Hans Wehle soll klären, ob verschiedene Verpflichtungen gegenüber der Gemeinde verrichtet werden müssen.
1777
Im Ort werden 4 Bauern, 5 Gärtner und 4
Häusler gezählt.
1779
Johann Spahn verewigt sich mit seinen Initialen J.S.
1779 in einem Schlussstein der in einer Scheunenwand im
Grundstück Nr. 3 erhalten geblieben
ist.
1788
Der Bürger "Fritzsche von Waditz" wird als Mitglied der Kaufmanns Societät in Zittau geführt. Hans Fritsche wird 1767 noch als Gärtner in Waditz genannt.
1797
Michael Wicas (Lehmann) stirbt am 21. Januar im hohen Alter von
87 Jahren, weniger 1 Monat.
1800
1801
Am
Sonntag den 11. Januar stirbt der Bauer Martin Lehmann im hohen
Alter von 81 Jahren, 9 Monaten und 10 Tagen. Er war 30 Jahre lang „Ortsrichter“ in
Waditz.
1807
Im Ort gibt es 2 Bauern, 5 Großgärtner, 6 Kleingärtner, 3 Häusler
und einen
Hausbesitzer.
1813
Waditz wird im Verlauf der Kriegsereignisse mehrfach mit Truppen tuschiert. Zum Glück gab es keine Brandschatzung im Dorf.
1815
Der Tischler Geselle, George Lange stirbt mit nur 29 Jahren im Haus Nr. 14.
1818
Am 1. Februar kauft Johann Wehle von seinem Vater George
Wehle, der seinerzeit „Ortsrichter“ in Waditz war den Bauernhof
Nr. 18. Johann besitzt und bewirtschaftet bereits den Hof Nr.
4.
Vor dem Haus Nr. 16 befindet sich im Graben eine Steinplatte mit den Initialen H W und der überarbeiteten Jahreszahl 1818 die zu 1918 verändert wurde. Hans Wehle war der Eigentümer der Kleingartennahrung 1818 und Hermann Wetschel 1918. (Abb. nachbearbeitet)
1820
In der am 29. Januar gültig gewordenen Landesverordnung, für das sächsische Gebiet wurde die Anbringung von Wegweisern und Ortstafeln befohlen. In dieser Zeit dürften auch die drei Wegweiser auf Waditzer Flur aufgestellt worden sein.
1821
August Wehle, Besitzer der Gartennahrung Nr. 9 lässt sich ein neues Türgewände herstellen. Es befindet sich heute im Stallgebäude des Hofes.
Im gleichen Jahr beginnt der intensive Steinbruchbetrieb und damit der Abbau der
Basaltsäulen auf dem Nabocks hora, 257,8 Meter
ü.NN. Der Basalt wurde zu Schotter verarbeitet
und beim Straßenbau, besonders beim Ausbau der heutigen Bundesstraße
6 gebraucht.
1826
Im Wohnhaus Nr. 15 hat sich ein besonders Türgewände aus Granit erhalten. Es zeigt wenige Reste der Jahreszahl 1826 und die Initialen AK. Diese Art der handwerklichen Ausführung mit erhabener Schrift ist selten zu finden. Bei der erhabenen Schrift wird im Gegensatz zur vertieft eingehauenen Schrift
nicht die Schrift eingehauen, sondern der Stein um die Schrift herum abgearbeitet. Der damalige Besitzer Adam Kneschke war seinerzeit der Ortsrichter in Waditz und wollte auch seine besondere Stellung im Hauseingang zur Geltung bringen.
1827
In Waditz wird August Kutte als
„Oberamtsbote“
genannt.
1831
Die erste Flur- und Grundstücksvermessung findet unter der Leitung
von Karl Hornburg statt. Ein Liquidationsschein über die
damals erfolgten Vermessungsarbeiten am 20. April gibt Auskunft über den Arbeitslohn von 8 Taler.
1832
Die Abschaffung der jahrhunderte alten Leibeigenschaft wird besiegelt.
1833
Eine neue Brücke mit Steindeckern wird über den Ablauf des Dorfteiches gebaut.
Die Inschrift auf dem Stein lautet: 18 AK 33
(Andreas Kutte od. Adam Kneschke). Die Initialen J. L. und J. W. stehen für Johann Lelanz und Johann Wehle. Das C. könnte für Commune stehen, denn die darüber führende Straße wurde zeitgenössisch Communikationsweg genannt.
Im April 1833 wird der Großbauer Johann Wehle, dem ebenfalls der Hof Nr. 18 gehört, Eigentümer des Hofes Nr. 3. Zwölf Jahre später verkauft er letzteren an seinen Sohn
Andreas Wehle für den beachtlichen Preis von 1316 Taler.
1834
Bei der Volkszählung werden 88 Einwohner in Waditz
erfasst.
1836
Carl Friedrich Naumann beschreibt den Basalthügel bei Waditz wie folgt: „Eine flache Kuppe bei Waditz an der Straße zwischen Bautzen und Löbau. Nach der Mitte konvergierend säulenförmig abgesondert. Die Oberflächen der Säulen wellenförmig aus- und eingebogen.“
1838
Der zweite große bekannte Dorfbrand nach 1689 ereignete sich am
7. August 1838. Er legte etwa 8 Wohnhäuser sowie einige Scheunengebäude
in Schutt und
Asche.
1838
Ein Gasthaus wird erstmals urkundlich genannt. Es befand sich im
Wohnhaus Nummer
9. Johann Kutte war als letzter Wirt bis in die 1920er Jahre tätig.
1839
Die 1. Gemeinderatswahl nach Inkrafttreten der neuen
Landgemeindeordnung von 1832 fand in der Wohnung des Richters Kneschke statt.
Andreas Wehle wird als Vertreter der sogenannten "Unansässigen" gewählt.
In den Gemeindevorstand wird von den "Ansässigen" Adam Kneschke als Ortsrichter und Johann Lelanz als Gemeindeältester
gewählt.
1839
Nach dem großen Dorfbrand entstehen mehrere
neue Wohnhäuser:
Haus Nr. 5 (nicht sicher)
Haus Nr. 7 Johann
Lelanz Türsturzinschrift: J. L. No. 7
1839
Haus Nr. 8 Adam
Lehmann Türsturzinschrift: 18 A. L. 39
Haus Nr. 15 bezeichnet 18… Türsturz am Nordgiebel des
Hauses
1844
Bei der 2. Gemeinderatswahl wird Johann
Kroschk Nr. 14 gewählt.
1845
Andreas Wehle kauft im August von seinem Vater Johann
Wehle das Bauerngut Nr. 3 für den Preis vom 1316 Taler und 20
Neugroschen.
Im Oktober 1845 kauft Peter Kutte den Bauernhof Nr. 17 von seiner verwitweten Mutter Agnete Kutte geb. Hantusch.
~ 1846
Der Bauer Peter Kutte, damals Nr. 18 jetzt 17 baut sich einen neuen Pferdestall aus Granitsteinen nahe des Dorfangers. Im Granitsturz sind die Initialen und die alte Hausnummer eingeschlagen.
1846
Im April erhält die Gemeinde Waditz von der Königlich Sächsischen Eisenbahn 31 Taler, 25 Groschen und 4 Pfennig Entschädigung für die Benutzung der Gemeindestraßen zum Bau der Eisenbahn.
Am 16. Dezember konnte der Eisenbahnbetrieb auf der Strecke von
Bautzen nach Löbau aufgenommen
werden.
1849
Carl Friedrich Steglich wird als „Bahnwärter bei Waditz“
genannt. Er stammt aus Zarthau und heiratete im gleichen Jahr in
Kittlitz Magdalene Symme, die Stieftochter des Johann Schmidt aus
Großdehsa.
1853
Ebenfalls in Jahr 1853 lässt sich Andreas Kroschk Nr. 14 einen neuen Türstock mit der Inschrift A.K. NR. 14 sowie G.S. und D.H. einmeißeln. G.S.D.H. bedeutet GOTT SEGNE DEN HERRN.
1855
Andreas Wehle seinerzeit Besitzer des größten Bauerhofes im Ort, baut sich ein für die damalige Zeit besonders großes und modernes Wohnhaus in Massivbauweise mit Drempelgeschoss und Trapezdach. Es spiegelt den damaligen "Reichtum" eines Bauern wieder. Im Türsturz hat sich die Jahreszahl mit den Initialen A.W. und die Haus - Nr. 3 erhalten.
In der Zeitschrift des Königlich Sächsischen Statistischen Landesamtes Leipzig 1855 werden für Waditz 18 bewohnte Gebäude bzw. Familienhaushaltungen sowie 110 Bewohner angegeben.
Im gleichen Jahr wird Peter Kutte als Ortsrichter
bestätigt.
1868
Im Ort gibt es 2 Bauern, 6 Großgärtner, 7 Kleingärtner und 2
Häusler.
1869
Nach Aufforderung des „Königlichen Gerichtsamtes“ im Jahr
1869 "Über die Einführung nächtlicher Schutzwachen zur Abwendung
der so vielfach entstandenen Schadensfeuer" wurde nun ein
„Nachtwächter“ gesucht. Dieser sollte durch die vorbeugende
Kontrolle aller Gebäude im Ort und der angrenzenden Felder auch
Brände verhindern. Der letzte „Tag- und Nachtwächter“, in
Waditz war Traugott Koppatsch. Er wohnte im „Anbau“ auf dem
Grundstück Nr.12 und verrichtete bis zum Ende der 30er Jahre seinen
Dienst.
1870 - 71
Deutsch - Französischer Krieg.
Bei der Volkszählung 1871 werden 123 Einwohner in Waditz
erfasst.
1872
Die Gemeindevorstände der östlich von Bautzen gelegenen Orte
Meschwitz, Rachlau, Döhlen, Weißig, Blösa, Soritz, Waditz,
Steindörfel und Wuischke trafen sich zu einer Beratung "in der
Behausung" des Gemeindevorstandes Traugott Richter in Meschwitz.
Was hier beschlossen wurde, sollte viele Jahre Bestand haben und dem
Wohle aller Gemeindemitglieder im so genannten "Spritzenbezirk
Meschwitz", der im Jahr 1872 gegründet wurde,
dienen.
1879
Die Fahne der sorbischen Dorfjugend von Waditz und Steindörfel
wird geweiht. Sie ist bis heute erhalten geblieben
und zeigt auf seidenem Tuch den gestickten Schriftzug:
"K dopomnjecu na 29 septembra 1879 mlodosc z Wadec a Trjebjenc" Zur Erinnerung an den 29. September 1879 die Jugend von Waditz und Steindörfel
1890
Bei der Volkszählung werden 117 Einwohner in Waditz
erfasst.
1892
Am 29. Juli kauft mein Ur- Urgroßvater KarlTraugott
Matthes (1839 - 1927) von Otto Theodor Zimmmer den Hof Nr. 17. Karl T. Matthes brachte beim Umzug von Lauba nach Waditz seinen Webstuhl und das
Spinnrad mit. Viele aus dem Dorf kamen zuschauen was er mit den
Geräten herstellte. Ein Beweis dafür, dass die
Weberei nördlich des Czorneboh nicht üblich
war. Ein Enkelsohn der Familie, Richard Matthes (1904 - 1975) begründete die nachweislich älteste bekannte private Kakteensammlung Deutschlands. Heute wird sie von Sohn Dieter Matthes weitergeführt und kann in Kleindehsa, Ortsteil Streitfeld besichtigt werden.
1900
Der Waditzer Rundweiler mit der sich anschließenden Blockflur hat
eine Fläche von 166 Hektar.
In Ort wohnen 105
Personen.
Der originale "Freibrief der Waditzer Bauern" aus dem Jahre 1650 und 1652 wurde von der Gemeinde Waditz an das Hauptstaatsarchiv Dresden übergeben.
1903
Die Königliche Amtshauptmannschft Bautzen verbietet der Gemeinde Waditz die Benutzung des eingereichten neuen Siegels, da sich das Königliche Ministerium des Innern gegen das Führen von Wappen in Landgemeinden ausgesprochen hat. Siegel sind nur ohne Schild und Helmzierde zu führen.
1904
Johann Kutte betreibt eine Schankwirtschaft
im Wohnhaus des Bauernhofes Nr. 9.
1909
Waditz tritt aus dem "Meschwitzer Spritzenverband" aus. Die Waditzer Einwohner kaufen sich eine eigene Handdruckspritze.
1910
Bei der Volkszählung am 01. Dezember hatte Waditz 104
Einwohner.
1912
8 Grundstückseigentümer schließen sich zu einer „Wassergenossenschaft" - Adolf
Schulze und Genossen - zusammen. Der Bau der Leitung
erfolgte noch im gleichen Jahr nach der Prüfung durch die Königliche
Amtshauptmannschaft in
Bautzen.
Gemeindestempelabdruck dieser Zeit.
1914
Traugott Pietsch baut sich 1914 ein neues Wirtschaftsgebäude im Hof Nr. 18. Die alte Fachwerkscheune wurde abgerissen.
1916
I. Weltkrieg
Von den Waditzer Einwohnern sind folgende Soldaten an der Front in Frankreich gefallen:
August Hantusch
Ernst Kroschk
Ernst Wehle
Am 4. September fiel Ernst Wehle in
Vermandovillers in Frankreich. Er wurde am 7. Oktober 1884 in Waditz geboren.
1925
Bei
der Volkszählung werden 96 Einwohner erfasst die alle der
evangelischen Konfession
angehören.
1930
Traugott
Kroschk reißt die alte Fachwerkscheune im Hof Nr. 14 ab und baut ein neues
Scheunengebäude an gleicher
Stelle
1933
Bei der Volkszählung hat Waditz 102
Einwohner.
1936
Waditz wird am 1. April nach Steindörfel
eingemeindet.
Somit gehen 97 Jahre selbständige Gemeindeverwaltung zu Ende.
Der 1933 als Bürgermeisterstellvertreter gewählte Johann Sodan (1886-1965) wird 1936 als Ortsbauernführer eingesetzt. Sodan wohnte im Bauernhof Nr. 17 wo auch das Schild "Reichsnährstand" angebracht war.
Der originale Stempel des Ortsbauernführers wurde 2011 bei Bauarbeiten in der Dachtraufe gefunden.
1939
Bei der Volkszählung hat die Gemeinde Steindörfel mit dem
Ortsteil Waditz 257
Einwohner.
Im II. Weltkrieg sind 5 Soldaten aus Waditz an der Front gefallen:
Helmut Dammler
Karl Manitz
Bruno Sodan
Kurt Sodan
Max Wetschel
1945
Im April fahren Russische
Panzer ungehindert über den Feldweg beim Bauer Pietsch ins
Dorf. Der II. Weltkrieg ist endlich zu Ende.
1946
Jährlich wurden Kinderfeste organisiert und gefeiert. Für das leibliche Wohl sorgte man, indem alle Bauern Mehl, Eier, Butter, Zucker und Obst für das Backen der Kuchen spendeten. Es gab sogar Bockwurst, weil alle Bauern neben dem „Abgabesoll“ einige Kilo Fleisch von ihren sogenannten “Freien Spitzen“ (frei verfügbare Fleischmenge neben dem Abgabesoll) abzwackten. Und so konnte ein Kalb geschlachtet und zu Wurst verarbeitet werden. Von den Knochen wurde eine köstliche Brühe gekocht, die damals zusammen mit einer “Semmel“ allen mundete . Bis 1952 wurden diese Feste gefeiert und auch von den Kindern mit viel Freude vorbereitet.
1950
Bei der Volkszählung hat Waditz 149
Einwohner.
1960
Am 22. April erfolgte die Gründung der LPG „Einigkeit“ Typ I
Steindörfel-Waditz.
1969
Es erfolgt der Zusammenschluss mit der LPG „Justus von Liebig“ in
Kubschütz.
1970
Im schneereichen Winter 1969/70 kam es auf dem Streckenabschnitt zwischen Kubschütz und Breitendorf zu so starken Schneeverwehungen, dass der Zugverkehr tagelang blockiert war.
1975
Eingemeindung in die Großgemeinde Hochkirch.
1975
Vermutliche Angliederung an die Großgemeinde
Kubschütz wird
vollzogen.
1985
Die Waditzer Einwohner ließen aus eigener Initiative die Tradition der Kinderfeste wieder aufleben. Für etwa 17 Waditzer Kinder wurden interessante Feste mit vielen Attraktionen organisiert.
1990
Deutsche
Einheit
Am 1. September 1990 wurde die Orgelbaufirma Groß in Waditz Nr. 14 gegründet.
1997
Die Einsatzbereitschaft der Waditzer Löschgruppe konnte auf Grund der fehlenden Sollstärke von mindestens 8 Kameraden nicht mehr gewährleistet werden. Daraufhin erfolgte die Überführung der Waditzer Feuerwehrtechnik nach Kubschütz.
125 JahreFeuerwehrtradition in Waditz gehen zu Ende.
2000
Waditz feiert das
„750 jährige Jubiläum“
der Ersterwähnung. Bei der
Festveranstaltung, die in der Orgelbaufirma Groß stattfand waren der
amtierende Landrat Horst Gallert und weitere zahlreiche Gäste zugegen. Im Vorfeld konnte eine kleine Festbroschüre gedruckt und veröffentlicht werden.
2000
In Waditz leben 61 Einwohner. Davon sind 14 Kinder unter 18
Jahre.
2001
Am 21. November findet das 2. Waditzer Werkstattkonzert in der Orgelbaufirma Groß statt.
2004
Am 23. Oktober erscheint in der „Frankfurter Allgemeine“ FAZ auf
Seite 7 ein halbseitiger Aufsatz über Waditz und die Oberlausitzer
Umgebindehäuser.
2005
Der jetzige Kanzleramtschef
Thomas de Maiziere und die Landeskonservatorin Frau Prof. Dr. Rosemarie Pohlack besichtigten das 1661 errichtete Umgebindehaus im Hof Nr. 17 und informierten sich über die Volksbauweise der Oberlausitz
sowie die Arbeit der Stiftung
Umgebindehaus.
2006
Im März kam es zur Überschwemmung die durch die schnell eintretende Schneeschmelze verursacht wurde. Die Straßen und Dorfteiche waren stark überflutet.
Am 2. Oktober verirrte sich ein Wildschwein in Waditz und blieb im Schlamm des großen Dorfteiches, der mit wenig Wasser gefüllt war, stecken. Es konnte nur noch
durch den Jäger erlegt und vor Ort ausgeweidet
werden.
2009
Das 1932 in der Ortsflur Waditz gefundene „Walzenbeil“, aus der mittleren
Steinzeit Mesolithikum (7000 v. Chr.) wird in der neuen
Dauerausstellung im Stadtmuseum Bautzen wieder öffentlich gezeigt.
Am 28. Mai wird in Cunewalde der Umgebindehaus Park eröffnet. Mit zahlreichen anderen Modellen wird auch ein Umgebindehaus aus Waditz gezeigt. Der Park mit originalgetreuen Modellen von Oberlausitzer Umgebindehäusern im Maßstab 1: 5 weist auf die für die Region typische Volksbauweise hin. Zu sehen sind Nachbildungen von verschwundenen, gefährdeten oder gut erhaltenen Denkmalen.
Bei Bauarbeiten wird in der 1714 erbauten Fachwerkscheune ein original erhaltener Säbel aus der Schlacht von Hochkirch 1758 gefunden. Sogar das hölzerne Griffstück welches einst mit einer Kordel umwickelt war ist noch gut erhalten.
2010
In der Nacht zum 23. Mai ereignete sich ein Starkniederschlag bei dem 40 l/m² Regen fielen und erneut alle drei Dorfteiche überliefen. Ein Wohnhaus wurde durchflutet.
Am 28. August traten drei neu gegossene Bronzeglocken im Rahmen einer Sternfahrt den Weg zu den Hochkircher Kirchdörfern an. In der Mittagszeit wurde auch in Waditz eine der drei Glocken feierlich begrüßt.
Am 28. September liefen erneut die Dorfteiche durch den Dauerregen über und überfluteten angrenzende Grundstücke.
2011
Am 3. Mai lassen Schneemassen die in der Blüte stehenden Bäume teilweise zusammenbrechen.
Das Jahr steht im Zeichen reger Bautätigkeiten. Die Dorfteiche werden geschlämmt und das Trafohaus sowie die Dorfbeleuchtung instand gesetzt.
Die Gemeindestraße nach Steindörfel wird mit einer neuen Schwarzdecke versehen und die ruinösen Gebäude des Hofes Nr. 3 werden abgerissen.
Ebenso finden umfangreiche Bautätigkeiten in den Grundstücken Nr. 17 und 18 statt. Die beiden Fachwerkgiebelzeigen sich in voller Schönheit.
Mehrere Wochen im Oktober und November blieb es regenfrei.
Das Jahr 2011 geht mit ungewöhnlich milden Temperaturen zu Ende.